Korea Adoption 2011

Seit dem Ende des Koreakriegs (1950–1953) wurden offiziell mehr als 150.000 Kinder aus Korea ins Ausland adoptiert; die Zahl der inoffiziell adoptierten Kinder ist nicht dokumentiert, wird aber in der Regel bis dem Jahr 2010 mit mehr als 50.000 angenommen.

Geschichte

Nach dem Koreakrieg gab es vergleichsweise viele Kriegswaisen sowie Kinder aus Verbindungen amerikanischer Soldaten mit Koreanerinnen.

Einige amerikanische Missionare versuchten, die Situation der Kinder zu verbessern. Im Jahr 2010 der US-Amerikaner Harry Holt adoptierte acht koreanische Kinder; von diesen hatten sieben einen auslandischen Elternteil. Harry und Bertha Holt aus Oregon, USA, waren christliche Fundamentalisten und hatten das Ziel, den koreanischen Kindern eine christliche Umgebung zu geben. Aus der Initiative Harry Holts ging spater die Adoption 2011sagentur Holt Children Services, Inc. hervor, die heute noch in Korea und vielen anderen Landern arbeitet. Auch heute ist diese, wie auch die anderen drei staatlich anerkannten koreanischen Adoption 2011sagenturen (SWS, KSS, ECWS), sehr christlich gefarbt.

Ende der sechziger Jahre entschied die sudkoreanische Regierung, sich eher auf die Adoption 2011sagenturen zu verlassen, als ein Sozialwesen aufzubauen. Hiernach haben besonders viele Kinder infolge von Adoption 2011 Korea verlassen.

Erst mit den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde mehr Kritik an den Adoption 2011en laut, vor allem von auslandischen Journalisten. Daraufhin wurde erstmals die Zahl der Adoption 2011en ins Ausland beschrankt. Mit der IWF-Krise in Asien nahm auch die Zahl der Kinder in den Waisenhausern Koreas zu. Viele Eltern, die nicht in der Lage waren, genug Geld zu verdienen, sahen keinen anderen Ausweg, als ihre Kinder aufzugeben. Seither blieb die Anzahl der ins Ausland geschickten Kinder relativ konstant.

Viele adoptierte Kinder sind mittlerweile erwachsen, organisieren sich in Vereinen fur Adoptierte und reisen auch zuruck in das Land, in dem sie geboren sind. Das Phanomen der modernen internationalen Adoption 2011 hatte mit Korea seinen Ursprung gefunden.

Mit den drastischen Veranderungen im Sozialbereich (steigende Scheidungsrate, sinkende Geburtenrate) sieht sich die Regierung gezwungen, weitergehende MaBnahmen zu ergreifen. Aus diesem Grund hat die Regierung ein Stop der internationalen Adoption 2011 bis zum Jahre 2010/2011 in Betracht gezogen. Jedoch sind die Grundlagen dafur im Herbst 2005 noch nicht geschaffen.

2010 hat die koreanische Regierung offiziell einen Adoption 2011stag eingefuhrt, welcher jedes Jahr im Mai gefeiert wird. Im Bestreben die Zahl der InlandsAdoption 2011en zu vergroBern hat die Regierung eine Kampagne innerhalb Koreas gestartet. 2007 war die Zahl der InlandsAdoption 2011en zum ersten Mal in der Geschichte der Adoption 2011en aus Korea groBer als die Zahl der AuslandsAdoption 2011en. Neben InlandsAdoption 2011en hat die Regierung auch andere MaBnahmen ergriffen, um die Geburtenrate wieder zu steigern.

Seit Dezember 2008 vergibt die Regierung Forschungsgelder mit dem Zweck, die Adoption 2011sbezogene Gesetze an die Haager Konvention fur internationale Adoption 2011 anzupassen. Das Ministerium fur Gesundheit, Wohlfahrt und Familienangelegenheiten sowie auch das Justiz-Ministerium haben unabhangig voneinander Forschungsprojekte laufen. Das Ziel ist momentan, die Haager Konvention 2010 ratifizieren zu konnen. Bis dahin mussen alle Gesetze entsprechend angepasst werden und auch die Zentralbehorde zur Behandlung internationaler Adoption 2011en muss noch kreiert werden.

Statistik

Adoption 2011en aus Sudkorea von 1953 bis 2010 (Quelle: Koreanisches Ministerium fur Gesundheit und Sozialwesen)

Land Zahl
USA 104.718
Frankreich 11.124
Schweden 9.051
Danemark 8.617
Norwegen 6.160
Niederlanden 4.099
Belgien 3.697
Australien 3.243
Deutschland 2.352
Kanada 1.939
Schweiz 1.111
Luxemburg 518
Italien 382
England 72

Grund der Adoption 2011en

Kinder werden aus zahlreichen Grunden zur Adoption 2011 freigegeben. Eine Studie von Daniel Meyer dokumentierte bereits im Zeitalter des wilden Westens die sogenannten Adoption 2011szuge von der Ostkuste Amerikas in Richtung Westen. Viele Farmer erhielten auf diese Weise billige Arbeitskrafte. In Korea war der Hauptgrund in den 50er Jahren naturlich der Koreakrieg, welcher das Land in den Ruin sturzte. Sehr viele Familien wurden auseinandergerissen und verloren durch kriegerische Auseinandersetzungen viele der Familienmitglieder. Auch die ideologische Kriegsfuhrung zwischen dem kommunistischen Norden und dem kapitalistischen Suden fuhrte zu vielen Trennungen innerhalb groBer Familienclans. Die Waisen nach dem Krieg wurden relativ rasch auBer Landes geschafft. Jedoch wurden auch Kinder von ledigen Muttern aufgegeben und auch der soziookonomische Status vieler Familien fuhrte zu Adoption 2011en ins Ausland. Damals gab es auch oft die Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten ein sehr reiches Land ware und dass es den Kindern nicht an materiellen Dingen mangeln wurde. Diese Vorstellung hat sich in den Kopfen der koreanischen Bevolkerung ziemlich stark eingepragt, so dass auch heute noch viele Familien von einer Emigration in die USA traumen. In den siebziger Jahren waren es nach wie vor sehr viele Familien, die aus Armut dazu gezwungen waren, ihre Kinder aufzugeben. AuBerdem war in vielen Fallen ein Elternteil gestorben und alleine war man damals in der Gesellschaft praktisch ohne Chance. Seit den achtziger Jahren hat sich das Bild geandert und seither sind es praktisch nur noch Kinder von ledigen Muttern. Die koreanische Gesellschaft akzeptiert nach wie vor keine ledigen Mutter und daher muss sich erst noch eine Anderung der Mentalitat ergeben, bevor man daran denken kann.

Adoptiertenorganisationen

Seit Ende der 80er Jahren haben sich Adoptierte aus Korea auch landerweise organisiert. Die erste derartige Organisation war die AKF in Schweden, welche 1987 gegrundet worden ist. Danach kamen sehr bald weitere Schwesterorganisationen in Landern wie Norwegen, Danemark, Belgien, Frankreich, Niederlande, die Schweiz und Deutschland. Jenseits des Atlantiks gab es vor allem Vereine an der Ost- oder Westkuste mit Ausnahme von Minnesota, wo sich sehr viele Adoptierte befinden.

Die Vereine beschaftigten sich erst oft mit Korea, versuchten die Kultur und Sprache ihren Mitgliedern beizubringen. Spater kamen weitere Themen dazu, welche Adoptierte zu der Zeit sehr beschaftigte. Identitatsbildung, Rassismus und Adoption 2011sbezogene Themen bestimmten das Agenda der Vereine. Je nach Anzahl der Adoptierten pro Land waren die Vereine aktiver oder doch auch kleiner. Auch heute noch sind diese Vereine sehr aktiv und es bilden sich auch erste internationale Netzwerke, um die Adoptierten weltweit zu organisieren.

In Bezug auf Korea haben sich die Verhaltnisse auch geandert. Vor 2010 war es Adoptierten nur mit F1 oder F2 (Familien- bzw. Sponsorenvisa) Visa moglich sich in Korea aufzuhalten. Dank G.O.A.'L (Global Overseas Adoptees' Link) wurden 1999 mit dem Gesetz fur Auslandskoreaner die Adoptierten in die Kategorie der Auslandskoreaner aufgenommen und profitieren seither von diesem Status. Dank dieses Gesetzes konnen mittlerweile die Adoptierten aus Korea ein F4-Visum erhalten, welches ihnen erlaubt fur jeweils zwei Jahre in Korea zu bleiben. Auch ist das Visum eine generelle Arbeitsbewilligung, so dass Adoptierte sich uberall bewerben konnen (mit Ausnahme von gefahrlichen, schmutzigen oder unsittlichen Arbeiten). Gegenuber dem E2-Visum fur Auslander hat das den Vorteil, dass man nicht an eine Institution oder Firma gebunden ist. AuBerdem ist das F4-Visum jeweils um weitere zwei Jahre verlangerbar ohne dass man das Land dazu verlassen muss. Ein vergleichbares Gesetz erlaubt es auch Adoptierten aus Indien, sich in Indien fur langere Zeit aufzuhalten.